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Editorial

 

Postfaktisch?

Was kann man überhaupt noch glauben? Was ist wahr, was falsch? Nicht nur in der politischen Debatte in den USA treten neben Fakten plötzlich „alternative Fakten“. Ein Zeitalter nach der Wahrheit („post-truth“) wird ausgerufen und das deutsche Lehnwort „postfaktisch“ wurde zum Wort des Jahres 2016 gekürt. Verschwörungstheorien jeglicher Couleur haben Konjunktur und konkurrieren um Glaubwürdigkeit. Pilatus' Frage an Jesus, was denn Wahrheit sei, scheint in Zeiten des Internets aktueller denn je zu sein – neu und radikaler gestellt zu werden. Virtualität, erweiterte Realität und Parallelwelten zwingen uns, über das Wesen der Wirklichkeit neu nachzudenken. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Gibt es sie nur im Singular oder müssen wir von einer Vielzahl
von Realitäten ausgehen? Aber wie vermittelt sie sich uns dann? Brauchen wir etwa einen neuen Begriff von ihr? Und wie kann menschliche Kommunikation und unser Zusammenleben überhaupt gelingen, wenn sogenannte Filterblasen dafür sorgen, dass wir nur das wahrnehmen, was wir sehen und glauben möchten?

„Begegnungen mit Wirklichkeit“ haben wir die neueste Ausgabe des Eulenfischs genannt, um anzudeuten, dass wir unterschiedliche Zugänge zur Wirklichkeit in ihrer Vielgestaltigkeit brauchen. Zugleich gibt es aber auch jenseits allen Nachdenkens eine besondere Art von Gewissheit, die in der echten Begegnung mit anderen Menschen zu finden ist. „Im Blick werden Menschen füreinander wirklich.“ (Holger Zaborowski)  
Für diese Weite von Wirklichkeit steht von Anfang an emblematisch auch unser Eulenfisch. Vernunft und Glaube finden in Eule und Fisch in neuer Weise zueinander und beschreiben die geistigen Horizonte unserer Welt. Grund genug, ihn selbst erstmals die ganze Titelseite schmücken zu lassen.

Ich wünsche Ihnen im Namen der Redaktion eine erholsame Ferienzeit und eine anregende Lektüre.

Martin W. Ramb

 



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Eckhard Nordhofen - Texte zur Bildtheologie
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Beschreibung

"Du sollst dir kein Gottesbildnis machen ..."  (Dtn 5,8-10) – Das Gottesbilderverbot der Zehn Gebote führt ins Zentrum biblischer Theologie. Aber warum die vielen Glaubensbilder im Christentum?
Die ausgesuchten Texte bewegen sich zwischen Ablehnung und Verehrung der Bilder.

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